Werbepause

Mein Comeback lässt sich großartig an. Heute Abend, beim sommerlichen Cocktail in der Parkstr., kam mir folgendes Motiv vor die Handylinse. Bizarre Werbemaßnahmen:

OrganisationDekoration

Dieser Kleinbus wirbt für Dienstleitungen im Bereich "Organisation & Dekoration". Angeboten werden Hochzeit, Verlobung, Beschneidung und Autoschmuck… Die Reihenfolge: Unbezahlbar!

Und wer hat die Tauben auf die Kühlerhaube getackert? Ist das oben links tatsächlich ein Sarg?

Nachlese zu Ostern: Jaja, vom Eise befreit sind Strom und Bäche… 

 Osteraktion

Bin ich die Einzige, die bei diese Osteraktion eines Sonnenstudios, ulkig findet? Wäre etwas für Sigrid Neudeckers "Sex-Blog" gewesen.

Sommerloch

Da ist es wieder, liebe Freunde der seichten Unterhaltung: Das Sommerloch! Groß und rund, nicht besonders tief. Für mich die ideale Gelegenheit, mein Comeback zu planen.

Die Münchner Abendzeitung lockt heute mit einer Titelgeschichte über "lebensgefährliche Kopfhörer". Ein Junge ist von einem Zug überrollt worden, als er einen Bahnübergang betrat. Den fahrenden Zug hörte er nicht, die Musik dröhnte ihm zu laut im Trommelfell. Schuld sind: Die Kopfhörer. Ja, hat denn der Bub keine Augen im Kopf?

Bei dieser qualitativ hochwertigen Berichterstattung wundert sich meine Kollegin tatsächlich, dass ich es nicht über die Headline, selten den Vorspann hinausschaffe. Das ist kein Aufmerksamkeitsproblem der digital natives, Google, RSS und Twitter. Es liegt nicht an der Informationsflut, die sich in einem Leben gar nicht filtern lässt. Es liegt an dem Schrott der tagtäglich auch von seriösen Medien verbreitet wird. Sommerloch hin oder her. Selbst "Die Zeit" enttäuscht zunehmend. Ich bin kurz davor, meine letzten verlegerischen Bande zu lösen. Nur wie befriedige ich dann meine Neugier?

Reparaturbetrieb des Kapitalismus

Kann mir jemand auf die Sprünge helfen? Gerd Schröder hat doch während seiner Regierungszeit einigen Firmen den Hals gerettet. Langfristig zwar nicht sehr erfolgreich, aber egal. Alle Welt hat sich darüber aufgeregt, oder nicht? Verschwendung von Steuergeldern, Firmen sollten für ihre Misswirtschaft gerade stehen. Zeter und Mordio.

Wie war das noch? Wikipedia schweigt dazu, ah: Philipp Holzmann, Baufirma, insolvent. 1999 schnürte Bundeskanzler Schröder ein Rettungspaket mit Übergangskrediten, Bürgschaft des Bundes etcetera pp. Zwei Jahre später war das Unternehmen dennoch pleite.

Richtig, Mobilcom wurde auch gerettet im Jahr 2002, wieder mit Steuergeldern – Presse und Wähler wüteten. Im Spiegel-Artikel "Gerd, der Retter" ist die Chronik der Rettungspakete, die übrigens auch Stoiber zum Kanzlerwahlkampf nutzte, nachzulesen.

Helmut Schmidt hatte 1982 zum Thema Finanzspritze für AEG folgende Meinung:

"Wir sind doch nicht der Reparaturbetrieb des Kapitalismus."

Im vergangenen Jahr wurde Rettungspaket, nein falsch, Finanzkrise das Wort des Jahres. Soso. Ohne Schwierigkeiten, ohne große Diskussion werden jetzt Milliarden von Euro locker gemacht, Banken und Firmen verstaatlicht. Diesmal regt sich aber niemand auf, oder?

Jetzt habe ich weder ein wirtschaftliches Studium absolviert noch den gerade so vielzitierten Keynes gelesen. Mir zumindest ist dieser plötzliche Geldsegen ein absolutes Rätsel. Wenn das Kindergeld um 10 Euro erhöht werden soll, wird monatelang um jeden Cent gefeilscht. Und eine Hilfe für alleinerziehende Mütter um 0,000000Nix Cent zu erhöhen, als eine dramatische Bedrohung für den Staatshaushalt der nächsten 10 Jahre verteufelt.

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Schreib mal wieder

Na dann, Frohes Neues

Willkommen liebe Zeitreisenden, in einem neuen Jahr. Beginnend mit guten Vorsätzen, zurückkehrender Hoffnung und den besten Absichten.

Böller und Raketen verscheuchten altbewährt und traditionsgemäß die bösen Geister, die sich mit ins neue Jahr schmuggeln wollten. Gut geballert Freunde, Neujahr lässt sich bisher ganz gemütlich an.

Leider konnte nicht jeder einen friedlichen Jahreswechsel verleben. Im Gaza-Streifen flogen wieder Bomben statt Böllern. Im Blog der Tagesschau machte sich Christian Radler die Mühe, eine Blogschau israelischer und palästinensischer Internettagebücher zusammenzustellen, die von den nächtlichen Angriffen berichten. Naja, eigentlich hat er nur einen Artikel des virtuellen Nachrichtendienstes Global Voices Online übersetzt. Übrigens eine großartige Seite, für alle die sich für Weltgeschehen und beide Seiten einer Medaille interessieren.

Der Krieg wird, wie Times Online ausführt, jetzt auch verstärkt an der Webfront geführt. Die israelische Armee hat ihren eigenen YouTube-Kanal, nachdem sie feststellen musste, dass sie während des Libanon-Krieges im Internet denkbar schlecht abgeschnitten hatte: http://www.youtube.com/idfnadesk

Na dann, Frohes Neues!

Morgen Kinder wird’s was geben

Nur im Vorübergehen schnappte ich die heutige Schlagzeile der Abendzeitung auf. Oder war es die TZ? Naja, einerlei Einheitsbrei:

Stadtsparkasse macht Mitarbeitergeschenke in Millionenhöhe

Etwas in der Art. Das Netz verrät nicht mehr. Da geht die Online-Strategie des Verlags auf, muss ich doch glatt heute Abend noch mal genauer hinsehen. Kaufen? Nein, soweit habt ihr mich noch nicht.
Richtig, Mitarbeitergeschenke. Eigentlich nett von der Stadtsparkasse. Aber so hinter manchem fürsorglichen Arbeitgeber steckt vielleicht nur ein fieses Ablenkungsmanöver?

Michael Chapell kann ein Lied davon singen. Was sie auch tut:

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Arm dran: Blog Action Day 08

Nymphenburg ausgetrockneter Brunnen Blog Action Day 2008 Poverty
Arm ab. Blödsinn. Heute ist Blog Action Day. Diesmal zum Thema “Poverty”. Armut… Ich habe mir die letzten Wochen das Gehirn zermartert und kann nun doch nur in allerletzter Minute einen kleinen Text beisteuern.

Ich traue es mir nicht zu, einen qualifizierten Kommentar zum Thema Armut zu schreiben. Denn ich bin reich. Ich habe ein schönes, geräumiges Heim. Jeden Tag drei üppige Mahlzeiten, eine spannende Arbeit und viele liebe Menschen um mich herum.

Wie soll ich da urteilen oder gar anmaßend eine Lösung vorschlagen? Es gibt so unendlich viel Armut auf dieser Welt. Materielle Armut fällt mir zu erst ein. Nicht besser dran ist, wer emotional, geistig oder sozial arm ist. Bildungsarmut wäre einen eigenen Artikel wert. Statt Ideen ploppen bei mir nur die Fragezeichen.

Was mir nämlich überhaupt nicht klar ist: Da reden die Lenker dieser Welt von Staatsverschuldung, Haushaltskürzungen und Budgetschrumpfung – nicht nur im Gesundheitssystem – und können dennoch hunderte Milliarden von Euro aus dem Ärmel schütteln, um ein undurchsichtiges und für mich völlig fiktives Finanzsystem zu retten.

Schreib mal wieder

Briefumschlag frankiert

Diesen Brief fand ich am Donnerstag im Briefkasten. Handgeschrieben, die Freude war groß. Endlich mal wieder ein richtiger Brief, so wie früher. Tinte auf Papier, in einen Umschlag gesteckt und mit Briefmarke frankiert noch dazu so kalligraphisch. Wer sich nur soviel Mühe gemacht hat, mir ein paar liebe Zeilen zu hinterlassen?

Ihr könnt Euch mein enttäuschtes Gesicht vorstellen, als ich einen Brief von der Citibank auffalte. …weiterlesen…

Spickzettel für den Einbürgerungstest

Wer ab heute die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen will, darf erstmal die Schulbank drücken. Und zwar im Einbürgerungskurs zur Vorbereitung auf das Diplom: Germanikus cum laude. 33 Fragen trennen den Aspiranten von Malle-Urlaub, Gartenzwerg und Reihenhaus-Idyll.

Sinn und Zweck:

Mit dem bundeseinheitlichen Einbürgerungstest sollen „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland“ nachgewiesen werden.

Den Fragenkatalog zum Einbürgerungstest kann man sich auf den Webseiten des Bundesministeriums des Inneren herunterladen. Praktisch, da kann sich der Deutsche in spe gleich einen Spickzettel schreiben. …weiterlesen…

Roter Frust

Wahlplakat BayernSPD Landtagswahl 2008

Gestern Abend begrüßte mich nach der Abfahrt Ost dieses Werbeplakat der BayernSPD in Augsburg. Mein erster Gedanke: “Hoho, da ist aber jemand angefressen!” Zum Teil durchaus nachvollziehbar, wenn wieder keiner kapiert, dass die CDU gerade Lorbeeren für Bemühungen der SPD erntet. Letztens klang es in einer Regierungserklärung für mich so, als wäre die Agenda 2010 die Idee von CDU/CSU gewesen. Jetzt bin ich kein Politologie, aber irgendwie hatte ich das doch anders in Erinnerung.

Was ist das Motto dieser Kampagne? “Lasst den Wähler wissen, wie verzweifelt und gefrustet wir sind. Mitleid schafft Nähe zum Bürger.” Oder vielleicht: “Jetzt schieben wir dem Wähler den schwarzen Peter (haha) in die Schuhe.”

Statt interner Machtspielchen würden transparente Programme mit konkreten, konstruktiven Vorschlägen dem Wähler eher helfen, sich zu entscheiden.

Bigfoot und die Hendersons

Schade eigentlich, aber wie sollte es anders sein: Alles nur Betrug. Kein Bigfoot, kein wahrgewordener Mythos, kein lebendiges Fabelwesen. Nachdem der Bigfoot aufgetaut war, blieb nichts weiter als eine großes, vergammeltes Gorillakostüm.

Lebt Harry also doch noch in sicherer Obhut der Hendersons.

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