Morbus Ledderhose

Wiesn Spaziergang Oktoberfest Aufbau Theresienwiese München August 2008

O’zapft is!
Kinder wie die Zeit vergeht. Eben noch Winter, kurz Sommer, seit Monaten Gehämmer und Geklopfe auf der Theresienwiese und schon ist wieder Wiesn. Eben hat Münchens Oberbürgermeister Christian Ude mit zwei (Glückwunsch) Schlägen das 175. Oktoberfest eröffnet.

Für die norddeutsch Gesinnteren unter uns. Am Tag des Anstichs wird die Leistung eines Oberbürgermeisters darin gemessen, mit wie vielen, möglichst wenigen Schlägen, er das erste Faß anzapft. In Bayern wird Politik eben noch von Männern gemacht.

Ich schweife ab… In den nächsten 3 Wochen ist hier auf der Schwanthalerhöh also Ausnahmezustand. Der Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln begleitet meinen Weg zum Auto, für das ich abends, so die Bavaria will, auch wieder einen sicheren Standplatz finde. Der obligatorische Verklingler eines Volltrunkenen ist nicht schlimm. Und ansonsten kann Wiesn auch nett sein, vorallem beim Poschner, wo es noch Sitzplätze und Gemütlichkeit bei Maß und Hendl gibt.

Wiesn Spaziergang Oktoberfest Aufbau Theresienwiese München August 2008
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Meinungen

13 Meinungen zu “Morbus Ledderhose”

  1. Schroeder am September 21, 2008 16:13

    Drei Wochen bis Oktober. Jetzt ist Wies’n. Das Ausland wartet bis Oktober mit dem Oktoberfest. München nachäffen in der Zürcher Bahnhofshalle. Das wird ganz gruselig. Lieber das Original mit bayerischer Gemütlichkeit. Manchmal, auch.

  2. maybe am September 21, 2008 20:57

    Ja, hier hält wieder die leichtere Lebensweise einzug in die Stadt.
    Diese unverkrampfte, alpenländliche Sorglosigkeit im Angesicht der Zivilisation.
    Die rohe Wildheit der Natur, in den fünf Minuten unmittelbar nach Öffnung der Zelte.
    Sich eins fühlen mit der Natur, wild wohnend im Campingmobil auf der einsamen Verkehrsinsel.
    Sich den Zwängen verweigern, auch mal loslassen können, wenn der Magen-Darmtrakt dem zugeführten Alkohol eine Abfuhr erteilen möchte…

    Ein Hoch auf die Münchner Stadtreinigung und auf saubere Gehsteige im Oktober!

  3. Ulrich am September 22, 2008 12:10

    Was früher mal ein Volksfest war, ist mittlerweile zu einer Schickimicki-Veranstaltung mit Zelteinlasskarten und Türsteher verkommen. Die hohen Preise sorgen dafür, dass Familien- und Geringverdiener teilnehmen können. (Trachten-)Uniform wird immer mehr zur Pflicht, man hebt sich schließlich ab, vom Jeans- und Normalo-Look-Träger. Drinnen darf der Spießer dann auch mal alle Hemmungen fallen lassen, saufen und der Banknachbarin an die Wäsche gehn. Wer’s mag, jetzt ist die Gelegenheit!

  4. Ulrich am September 24, 2008 9:27

    …Nachtrag: sollte natürlich heißen: “…dass Familien- und Geringverdiener NICHT teilnehmen können”. Heute hieß es in einer Nachrichtenreportage, dass der durchschnittliche Wiesn-Tag 100 Euro pro Person kostet.

  5. Tony Tulles am September 24, 2008 15:43

    Halbe Ente mit Blaukraut und Knödel, so 25 Euro. Na dann, an Guatn.

  6. Manuel am September 26, 2008 10:10

    Nimmer, nimmer – ich will den Wies’n Eintrag nimmer oben sehen. Zu viele Einladungen und ich mag da net hin. Und wohl am schlimmsten ist: Ich habe keine sozialen Gründe – so wie Ulrich. Auch grabschende Spießer hindern mich nicht. Ebenso wenig wie Türsteher vor den Zelten. Als Quertreiber ist mir auch die Milliarde, die das Oktoberfest, in die Münchner Kasse spült, einfach egal. ICH WILL EINFACH NICHT.
    Obwohl – gebrannte Mandeln mag ich schon. Auch gerne die 500 Gramm Packungen. Die gibt auf der Wies’n. Vielleicht kann mir die ja jemand mitbringen. Nimmer, nimmer – Ich sag ja der Eintrag muss schnell weiter runter, sonst unterstütze ich noch die Mandelmafia, das Übergewicht in Deutschland, soziale Ungerechtigkeit, agressive Türsteher vor Bierzelten,grabschende Spießer und die tiermordende Lederhosenherstellergang. Bitte, bitte, bitte.

  7. Ulrich am September 30, 2008 0:22

    Gebrannte Mandeln gibts auch immer am Marienplatz in der kleinen Holzbude vor dem Karstadt (oder Hertie? – wie auch immer das Steuermodell die armen Unternehmen alle paar Jahre zur Umfirmierung zwingt).

  8. Manuel am September 30, 2008 12:06

    Ich geh ja nur noch ins Kaufhaus. Es gibt ja eh nur noch “Karstadt & Hertie” ist ja nun egal wie die heißen. Wie es den Finanzen der lieben Unternehmer geht, weiß ich leider nicht.
    Aber um auf die Mandel zurückzukommen: Ich habe es geschafft mir auf dem “Wies’n Schwarzmarkt” Mandeln zu besorgen (Ich musste auch nicht hin). Für Schlappe 13 Euro habe ich zwei Sorten bekommen. Einmal “gebrannte Mandel-Klassik” und einmal “Spezial-Mix”. Ich kann nur sagen:”Gigantischer Genuss” und nicht zu vergleichen mit der Bude am Marienplatz.
    Leider müssen wir ja immer noch über Mandeln reden. (Indirekter Tiefschlag lieber Herr ESEL)

  9. Ulrich am September 30, 2008 19:03

    13 Euro? Wieviele Kilo waren das denn?

  10. Manuel am Oktober 1, 2008 10:44

    Also mir gehen die Mandeln einfach nicht aus dem Kopf. Ich habe mich jetzt schlau gemacht. Der Mandelbaum (Prunus dulcis) gehört zu den Rosengewächse (Rosaceae)und wird schon seit 4000 Jahren kultiviert. Es gibt süsse und bittere Mandeln. Wobei die bittere nicht Roh gegessen werden soll weil sie Amygdalin, ein blausäurehaltiges Glykosid, enthält. Epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Mandeln und Nüssen dazu beitragen kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Außerdem enthalten Mandeln einen sehr hohen Anteil an Folsäure, die bei Schwangerschaft sehr wichtig ist. Und jetzt kommt der Hammer: Im botanischen Sinne sind Mandeln keine Nüsse, sondern Steinfrüchte. Die Botaniker machen damit meine ganze Weltanschauung kaputt. Mein neues Feindbild: Botaniker. Die sind ab jetzt für alles Schuld, Kriege, Hungersnöte, Umweltverschmutzung und Wirtschaftskriesen.

  11. Stef am Oktober 3, 2008 13:24

    So bald ist es geschafft. Der Wiesn-Countdown läuft, noch zweieinhalb Tage und dann ist’s vorbei mim Prosit der Gemütlichkeit. Ich wollte dieses Jahr nicht so recht in Wiesn-Stimmung kommen. Wobei ich doch ein neues Lieblingslied hab. “Heit is so a scheener Doag”. Es lief letzten Dienstag und sprach mir aus der Seele. Ich gestehe, meine Neigung zum Choreographie-, Phantomime-, oder Gruppentanz hat sich noch immer nicht verwachsen.

    Na, und Manuel, jetzt musst doch wieder bis nächstes Jahr warten, bevor es die nächsten Schickimicki-Mandeln gibt. Ich vermute, Du schwärmst für sowas wie gebrannte Macadamia im Pestomantel? Anders kann ich mir die 13 Euro wirklich nicht erklären. Oder bist Du abgezockt worden von Deinem Mandeldealer?

  12. Manuel am Oktober 3, 2008 18:36

    Ich sehe schon – ich habe euer interesse für Mandeln geweckt. Hier ein Bericht über meinen Mandeldeal.
    1 x 500 Gramm – Gebrannte Mandeln klassik
    1 x 200 Gramm – Madelmix. mit Pecanuss überzogen mit Weisser Schockolade, Orangenschockolade, Erbeerschockolade, Vanille und Zimt.

    Neidisch – ich würde es verstehen. Da kann mal schon 1x im Jahr 13 Euro in den Rachen von Volksfestverunstaltern werfen.

    :-) Der Esel ist wieder da

  13. Oktoberfest « Oder auch am Oktober 19, 2008 23:26

    [...] für Wies’n-Bier. Ganz gruselig. Neid auf München, in dem Fall. Etwas auch auf die Anwohner, tatsächlich. Gehen nicht mehr dreimal durch die [...]

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