Chinesische Mauer der Zensur

Reporter without Borders - Handbook for Bloggers

Am Freitag beginnen die olympischen Spiele in Peking. Von Vorfreude keine Spur. Zumindest bei mir nicht. Bei mir bleibt diesmal die Glotze aus: Ich bin Olympia-Verweigerer. (Kritik und Probleme der olympischen Spiele, sind bei Wikipedia zusammengefasst.)

Natürlich wird sich China nicht eines Besseren besinnen, weil ich beim 100-Meter-Lauf wegzappe. Aber ich muss nicht alles als gegeben hinnehmen. Das ist mein gutes Recht.

Für mich ist es nur schwer vorstellbar, dass vielen Menschen das Recht auf freie Meinungsäußerung verweigert wird. Als ich während des Krieges im Libanon begann, verschiedene Blogs aus dem Mittleren Osten zu lesen, konnte ich live mitverfolgen was Angst vor repressiven Regimen bedeutet.

Heute veröffentlichte “Die Zeit” einen Artikel, der sich mit den Komplizen der Zensur beschäftigt. Der Einfluß, den große Konzerne wie Google, Yahoo und Microsoft auf die Pressefreiheit ausüben, war für mich noch nie so deutlich spürbar.

Besonders beängstigend finde ich folgende Passage:

Ein freiwilliger Verhaltenskodex für Geschäftsbeziehungen mit autoritären Staaten ist laut Yahoo, Google und Microsoft beschlossene Sache.

Wenn auch von “Grundlagen für Meinungsfreiheit und Datenschutz” und einer “European Global Online Freedom Act” die Rede sein mag. Für mich heißt freiwilliger Verhaltenskodex, dass die Weitergabe von Nutzerdaten (siehe Yahoo) noch immer möglich sein kann.

Theoretisch “weiß” Google

Wer sich richtig paranoid fühlt, darf dank Office-und Kalender-Funktion – es gibt nichts, was Google nicht anbietet – Angst um sämtliche digitale Information haben.

Bloggen für die Pressefreiheit
Bei meinem Recherchen zum Thema “Blogs und Journalismus” bin ich auf die Homepage der “Reporters without Borders” gestoßen. Hier gibt es ein Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents zum herunterladen, dass neben einer praktischen WordPress-Einführung auch Tipps zur Anonymität im Internet gibt. Der Mut und die Kraft, die aus den persönlichen Erfahrungsberichte verfolgter Blogger sprechen, sind beeindruckend.

Die chinesische Ausgabe des Blogger-Handbuch ist derzeit besonders prominent auf der Startseite verlinkt.

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Meinungen

2 Meinungen zu “Chinesische Mauer der Zensur”

  1. Ethics inside? Olympia Sponsoren und Corporate Social Responsibility « Ideenwerkstatt am August 11, 2008 23:24

    [...] Jetzt würde ich gerne wissen, ob die Konsumenten die Unternehmen mit direkten Fragen zu klaren Positionen bewegen können. Einen Versuch wäre es wert. Die ersten lassen schon mal den Fernseher aus. [...]

  2. Ulrich am August 13, 2008 17:30

    Wenn es denn das Gewissen beruhigt, den Fernseher auszulassen… wahre Veränderungen müssen meiner Meinung nach immer vom betreffenden Volk selbst ausgehen.
    Im Übrigen: Solange die Klamotten und Produkte hierzulande schön billig sind, die in China gefertigt werden, drücken wir doch gerne beide Augen zu. Und selbst jetzt bei Olympia zeigen wir lieber mit dem Finger auf sponsorende Unternehmen, anstatt auf chinesische Politiker, die für das geschehende Unrecht verantwortlich sind. Vermutlich weil wir uns die Namen so schlecht merken können?

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