Selbstverschuldete Unmündigkeit

Immanuel Kant - Kritik der reinen Vernunft

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als Freiheit; nämlich die von seiner Vernunft in allen Stücken öffentlichen Gebrauch zu machen. Denn jeder Mensch ist berufen, selbst zu denken.

Immanuel Kant, Was ist Aufklärung (1784)

In den letzten Jahren ist mir Kants Text über die Aufklärung immer öfter untergekommen. Nun bin ich während meiner Recherchen wieder über Kants berühmtes Zitat gestolpert.

Je öfter ich es lese, desto klarer wird mir:
Immanuel, wir brauchen Dich dringender denn je!

P.S.: Für die Geisterwissenschaftler, die Quellenangaben beobachten: Das Zitat ist natürlich nicht aus der “Kritik der reinen Vernunft”.

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Meinungen

Eine Meinung zu “Selbstverschuldete Unmündigkeit”

  1. Ulrich am Februar 19, 2008 23:08

    Der Feind der Freiheit ist die Angst – sie verleitet zur freiwilligen Unmündigkeit, bei der sich die Vernunft dem kollektiv-gesellschaftlichen Konsens unterwirft, der von religiösen und politischen Heilsbringern vorgegeben wird. In schlimmstmöglicher Ausprägung führt dies zur sogenannten, in heutiger Zeit pseudowissenschaftlich hochgelobelten “Schwarmintelligenz”, die nichts anderes beschreibt als das den Massentriumph der Dummheit.

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